Cisco Meraki Fabric aus der Cloud: Komplexes Netzwerk, einfache Verwaltung
03. Juni 2026 | 3 min.
03. Juni 2026 | 3 min.
Netzwerke sollen funktionieren – zuverlässig, sicher und ohne dass das IT-Team täglich in die Tiefe gehen muss. Die Realität sieht allerdings oft anders aus: Wachsende Segmentierungsanforderungen, steigende Compliance-Vorgaben und zunehmende Netzwerkkomplexität fordern mehr als klassische Netzwerkarchitekturen leisten können. Cisco Meraki Fabric schließt genau diese Lücke: eine vollständig Cloud-verwaltete Campus-Fabric-Architektur, die Overlay-Technologien der Enterprise-Klasse mit der operativen Einfachheit des Meraki-Ökosystems verbindet.
Cisco hat mit der Meraki EVPN Fabric eine neue Lösung für den Campus auf den Markt gebracht. In unserer internen Laborumgebung bei avodaq haben wir Meraki Fabric aufgebaut, in Betrieb genommen und getestet. Ziel war es, ein klares Bild davon zu bekommen, was die Lösung in der Praxis wirklich leistet.
Als Netzwerktechniker ist es mir wichtig, neue Lösungen frühzeitig in die Hand zu nehmen, damit wir unsere Kunden von Anfang an fundiert beraten können, welche Lösung zu ihren Anforderungen passt.
Wer sich mit modernem Campus-Networking beschäftigt, weiß, dass Fabric-Ansätze im Campus alles andere als neu sind. Cisco Software-Defined Access (SDA) hat diese Architektur im Enterprise-Umfeld etabliert und bewiesen, dass sie im Campus funktionieren und einen echten operativen Mehrwert liefern. Mit der Meraki EVPN Fabric hat Cisco dieses bewährte Konzept nun in ein Cloud-natives Modell überführt. Es ist auf operative Effizienz ausgelegt: für IT-Teams, die ein Enterprise-Netzwerk betreiben wollen, ohne sich täglich in die Komplexität einer mehrschichtigen Infrastruktur einarbeiten zu müssen.
Technologisch baut Meraki Fabric auf einem bewährten Fundament auf: VXLAN als Overlay-Protokoll auf der Datenebene und EVPN als skalierbare Control-Plane. Ein zentrales Element von Meraki Fabric ist das Meraki Cloud Management Dashboard: die einzige Oberfläche, über die Konfiguration, Monitoring und Betrieb der gesamten Fabric laufen. Standorte, Switches, Policies und Topologie sind jederzeit auf einen Blick sichtbar und verwaltbar, ohne dass ein lokales Management-System vorgehalten werden muss.
Was auf den zweiten Blick auffällt, ist mindestens genauso bedeutsam: Die Switches, die unter der Cloud Management Oberfläche arbeiten, sind primär keine klassischen Meraki-Geräte, sondern Cisco-Catalyst-Hardware. Für mich ist dies die sichtbarste Entwicklung, die seit Jahren im Gange ist. Die ehemals klar getrennten Welten von Meraki und Catalyst rücken näher zusammen. Meraki Fabric ist das Ergebnis: Cloud-native Verwaltung und Benutzerfreundlichkeit des Meraki-Ökosystems, kombiniert mit der bewährten Stärke und Enterprise-Tiefe der Catalyst-Switches-Plattform. Kein Entweder-oder mehr, sondern ein gemeinsamer Weg.
Ein Vergleich, der in diesem Kontext nicht fehlen darf: Meraki Fabric und Cisco SDA. Cisco SDA und Meraki Fabric sind keine Konkurrenten, sie sind Antworten auf unterschiedliche Fragen. SDA hat Fabric-Architekturen im Enterprise Campus etabliert und ist nach wie vor die richtige Wahl für Großunternehmen mit dedizierten Netzwerkteams, komplexen Richtlinienmodellen und einer tief integrierten Sicherheitsarchitektur auf Basis von ISE (Cisco Identity Services Engine) und Catalyst Center.
Meraki Fabric adressiert einen anderen Bedarf: Organisationen, die dieselbe technologische Grundlage nutzen wollen, aber ein schlankes, Cloud-natives Betriebsmodell bevorzugen. Kein separates Management-System, kein aufwendiges Onboarding, kein Spezialistenwissen als Voraussetzung. Besonders interessant ist dies für Unternehmen, die bisher keine Fabric-Architektur betreiben konnten, weil Komplexität, der operative Aufwand und das erforderliche Fachwissen die Einstiegshürde schlicht zu hoch gesetzt haben.
Cisco stärkt mit beiden Plattformen bewusst unterschiedliche Marktsegmente und bietet damit für jede Organisation die passende Antwort.
In unserem Praxistest im avodaq Labor hat sich gezeigt, dass operative Einfachheit und technologische Tiefe kein Widerspruch sein müssen. Wo Cisco SDA die Benchmark für komplexe Enterprise-Umgebungen bleibt, schließt Meraki Fabric eine Lücke, die lange offen war: eine Cloud-native Campus Fabric für Organisationen, die modernes Networking einführen wollen, ohne den operativen Overhead einer mehrschichtigen Infrastruktur in Kauf zu nehmen.
Aus meiner Sicht ist Meraki Fabric der konsequente nächste Schritt: Wer seine Applikationen bereits in die Cloud verlagert hat, sollte auch sein Netzwerk Cloud-nativ denken – und Meraki Fabric macht genau das möglich.